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Wie du deine Masterarbeit in 6 Schritten perfektionierst

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Viele Studenten haben regelrecht Angst vor den Anforderungen, die an eine Masterarbeit gestellt werden. Die Furcht vor dem Abgabetag wird manchmal so groß, dass das Schreiben komplett blockiert wird. Viele Studenten übersehen dabei, dass übersteigerter Perfektionismus in der begrenzten Zeit von vornherein kein gutes Ziel ist, sondern nur Druck erzeugt, der der eigenen Kreativität schadet.

Gesundes Selbstbewusstsein

Du bist gut und daher ist es kein Zufall, dass du es bis hierher – in die Endphase deines Studiums – geschafft hast!

Deine Masterarbeit ist eine Prüfung und zugleich die bislang umfangreichste wissenschaftliche Arbeit deines Studiums. Sie ist umfangreicher als eine Bachelorarbeit und geht wissenschaftlich mehr in die Tiefe. Der Umfang liegt in der Regel zwischen 60 und 100 Seiten, in seltenen Fällen auch weniger oder mehr.

Als Faustregel kannst du für die Erstellung deiner Masterarbeit etwa sechs Monate oder ungefähr ein volles Semester ansetzen. Für das reine Schreiben nach dem praktischen Teil solltest du etwa sechs bis acht Wochen einplanen. Je nach Studiengang steht ein paar Wochen nach der Abgabe noch eine mündliche Prüfung, die sogenannte Verteidigung, an.

In 6 einfachen Schritten zur Masterarbeit

Wichtig ist, dass du bei der Planung deiner Masterarbeit einen kühlen Kopf bewahrst. Du hast dein Thema und deinen Sachverstand – damit bist du bereits auf der Gewinnerseite. Der Rest ist schematische Arbeit nach dem Prinzip: Ein großes Problem in kleinere Teilprobleme zu zerlegen. So teilst du die Riesenaufgabe „Masterarbeit“ in kleinere Einheiten und bleibst dein eigener Boss über Verlauf und Zeitplan.

1# Durch Gliederungen Teilziele setzen

Die Kapitel deiner Masterarbeit solltest du in eine grobe Gliederung packen. Den roten Faden (den du von der Einleitung bis zum Fazit ausrollst) verfolgst du auch für jedes Teilkapitel. Setze dir regelmäßig Stichworte. Sie helfen dir dabei, deine Kapitel in kleinere Einheiten zu unterteilen, die leichter zu schreiben sind und dir schneller Erfolgserlebnisse bringen. Wenn du später beim Schreiben deiner Rohfassung an einer bestimmten Stelle nicht mehr vorankommst, schreibst du einfach an einem anderen Gliederungspunkt weiter.

2# Den „Inneren Zensor“ beim Schreiben ausschalten

Wissenschaftliches Schreiben wird an Universitäten und Hochschulen kaum geübt. Leider. Setze dich nicht unter Druck, indem du versucht, von der ersten Zeile an möglichst wissenschaftlich zu formulieren. Mach es genau umgekehrt: Betrachte das Schreiben als einen Arbeitsgang, mit dem du ganz bewusst eine Rohfassung für deine spätere Bearbeitung schaffst. So kannst du mit dem befreienden Gefühl einer Vorläufigkeit loslegen. Alles, was in diesem Prozess entsteht, ist wertvolles Material für deine spätere Bearbeitung. Schreibe daher schnell und ohne über einzelne Sätze zu grübeln. Alles Grobe bekommst du später noch in den Griff.

#3 Kapitel in mehren Durchläufen überarbeiten

Überarbeite die Rohfassung deiner Arbeit mehrere Male. Auch hier solltest du an einen Überarbeitungsgang keine überhöhten Ansprüche stellen. Du wirst ohnehin noch einmal zu dieser Fassung zurückkehren. Ein oder zwei Nächte über ein Kapitel zu schlafen, kann Wunder wirken. Wenn du im Rhythmus bleiben möchtest, kannst du während dieser Zeit an einem anderen Teil deiner Masterarbeit weiterarbeiten.

#4 Sinnvolle Absätze

Eine Masterarbeit ohne logische Absätze macht einen unstrukturierten Eindruck. Umgekehrt gilt: Wenn du fast auschliesslich mit kurzen und sehr kurzen Absätzen arbeitest, kann deine Arbeit oberflächlich wirken. Das Zauberwort heißt „sinnvoll“. Reserviere einen Durchlauf deiner Überarbeitung dafür, sinnvolle Absätze zu schaffen. Ein sinnvoller – und damit guter – Absatz hat eine Mini-Einleitung und einen Schluss. Eine gut lesbare Absatz-Länge ist 1/4 bis 2/3 einer Seite.

#5 Letzter Durchlauf: Wissenschaftlicher Stil

Im letzten Durchlauf deiner Masterarbeit streichst du umgangssprachliche Worte und Wendungen und ersetzt sie durch explizite Aussagen. Du beweist analytische Distanz zu deinem Thema, indem du in einer wertneutralen Sprache schreibst und Wörter wie „Ich“ oder „Wir“ nicht benutzt. Die wichtigsten Aussagen packst du in Haupt- statt in Nebensätze. Zentrale Aussagen deiner Masterarbeit bringst du aktiv mit deiner „Autorenstimme“ vor (Statt aus Quellen zu zitieren). Führe den Leser durch deine Arbeit, indem du dein wissenschaftliches Vorgehen explizit darstellst.

#6 Finale: Feintuning

Die Quellenarbeit ist erledigt, der Rohbau deiner Masterarbeit steht. Glückwunsch – du hast es fast geschafft! Jetzt stimmst du alle Teile deiner Arbeit noch einmal aufeinander ab. Gehe die einzelnen Kapitel nacheinander durch, um alle sprachlichen Details an der mittlerweile finalen Zielsetzung und Argumentation deiner Masterarbeit auszurichten. Damit sorgst du dafür, dass jedes Kapitel deiner Arbeit sprachlich in die Gesamtargumentation eingeordnet wird. Auch Einleitung und Schluss sollten aus „einem Guss“ sein, Tonalität und Wortwahl zueinander passen.

Denk immer daran: Eine Masterarbeit ist kein Hexenwerk. Mit einer guten Struktur, Fleiss und dem Wissen um kreative Pausen hältst du die wichtigsten Werkzeuge bereits in der Hand.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Arbeit allen Ansprüchen genügt, schau dir mein Angebot für ein Lektorat an.

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