Solltest du deine Abschlussarbeit veröffentlichen?

Solltest du deine Abschlussarbeit veröffentlichen?

Wenn du an einer öffentlichen Hochschule studierst, darfst du deine Arbeit veröffentlichen, sobald sie offiziell bewertet worden ist.

In Sonderfällen, du hast beispielsweise mit einem Unternehmen zusammen gearbeitet oder studierst an einer privaten Hochschule, gibt es Sonderregelungen. Erkundige dich danach.

Dass Bachelorarbeiten veröffentlicht werden, ist in der Wissenschaft jedoch unüblich. Und das aus gutem Grund. In Fachkreisen geht man davon aus, dass ein Bachelor noch nicht fortgeschritten genug ist, um eine Publikation seiner Arbeit zu rechtfertigen. Ein „Sehr Gut“ (auf das du zurecht stolz sein kannst!), bedeutet im Grunde genommen, dass du die Anforderungen, die an deine Arbeit gestellt wurden, erfüllt hast. Nicht mehr und nicht weniger. Frage dich daher selbstkritisch, ob deine Arbeit genug neue Erkenntnisse liefert, die für die wissenschaftliche Community relevant sind. Sprich mit deinem Dozenten darüber und frage ihn, ob er deine Arbeit für publikationswürdig hält. Im Zweifel wird er dir raten, von einer Veröffentlichung abzusehen.

Bei einer Masterarbeit kann das Ganze schon wieder anders aussehen. Wenn du dich mit dem Gedanken trägst, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, ist die Veröffentlichung eine Überlegung wert. Dabei kommt es auf dein Fach, das Thema innerhalb deines Fachs und deine individuelle Herangehensweise an die dort aufgeworfenen Fragen an. Auch hier solltest du in engem Kontakt zu deinem Betreuer stehen. Wenn er dich in deinen Ambitionen unterstützt, kannst du die Veröffentlichung deiner Arbeit konkret angehen. Perfekt wäre es, wenn du gleichzeitig bei ihm am Lehrstuhl im Rahmen deines Masterthemas tätig werden könntest. Du hättest damit die Chance, an Fachtagungen und wissenschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Also akademische Luft zu schnuppern. Und erste Kontakte für deine berufliche Zukunft zu knüpfen.

Möglichkeiten der Veröffentlichung

Wenn eine Publikation für dich in Frage kommt, hast du verschiedene Möglichkeiten, wie du an die Sache herangehen kannst.

Publikationsserver der Hochschule
Ein Pluspunkt bei dieser Methode: Vor der Veröffentlichung wird deine Arbeit von der Uni geprüft. Bei Bewerbungen kannst du also mit gutem Gewissen auf die Website der Hochschule verweisen.

Selfpublishing
Du kannst deine Arbeit auch selbst verlegen. Gedruckt, als Ebook, oder beides. Der Markt dafür ist grenzenlos und er wächst weiter. Seriöse Anbieter werden dir dazu raten, einen Lektor sowie einen professionellen Covergestalter in Erwägung zu ziehen. Wenn du dich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir die Selfpublisherbibel.

Publikationsverlag
Bei einem Publikationsverlag kannst du deine Arbeit meist gratis und mit wenigen Mausklicks hochladen. Danach steht sie weltweit zur Verfügung und wird beispielsweise auch in Buchhandelskatalogen gelistet. Deine Oma am anderen Ende der Welt kann also einfach in die nächste Buchhandlung gehen und sich das gute Stück dort abholen. (Netter wäre es allerdings gewesen, du hättest ihr eines mit persönlicher Widmung geschickt) 😉

Zuschussverlage
Als Zuschussverlage werden Unternehmen bezeichnet, bei denen du Geld mitbringen musst, damit deine Arbeit veröffentlicht wird. Mein Rat dazu: Finger weg.

Fachzeitschriften
Wenn Thema und Qualität stimmen, stehen die Chancen für eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift nicht schlecht. In Abstimmung mit dir und dem Redakteur wird das Magazin einen Auszug oder eine Zusammenfassung deiner Arbeit abdrucken.

Kann ich damit Geld verdienen?

„Über 200.000 Uni-Arbeiten, 83.000 glückliche Autoren. Veröffentlichen Sie kostenlos & verdienen Sie Geld mit Ihrer Masterarbeit, Ihren Hausarbeiten und Essays.“
(Der Grin-Verlag im Meta-Tag seiner Website).

An dieser Aussage ist nichts auszusetzen. Der Grin-Verlag ist seriös und einer der besten in seiner Branche. Eigenwerbung gehört auch in der Wissenschaft zum Geschäft. Aber dennoch:

Stell dir 200.000 Arbeiten auf einem Haufen vor. Und dann frage dich: Wo ist deine?

Die Antwort lautet: Sie ist unsichtbar.

So wie die allermeisten anderen auch.

Realistisch betrachtet, wirst du mit deinem Projekt kein Geld verdienen. Aber das ist bei einer wissenschaftlichen Arbeit auch nicht das primäre Ziel. Trotzdem kannst du die Werbetrommel rühren. Wie, das zeige ich dir in einem der nächsten Beiträge.


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Symbolfoto © fsHH, Pixabay

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