Sieben Fehler beim wissenschaftlichen Schreiben

Fehler beim wissenschaftlichen Schreiben Symbolbild Jan Vašek, Pixabay
Symbolbild Jan Vašek, Pixabay

Für wissenschaftliche Arbeiten gelten klare und leider auch ziemlich trockene Regeln.
Hier erkläre ich dir, wie du sie einhälst und die häufigsten Fehler vermeidest.

1. Kein roter Faden

Achte darauf, dass deine Absätze einer logischen Struktur folgen und deine Informationen in einer Beziehung zueinander stehen. Baue deine Arbeit logisch und nachvollziehbar auf und verbinde die einzelnen Teile durch Überleitungen. Wissenschaftlichkeit schließt Lesbarkeit nicht aus! Im Kern dient deine Arbeit dem Ziel, deine Eingangsfrage schlüssig zu beantworten. Stell dir den Faden als Hilfslinie zu diesem Ziel vor.

2. Zu kurze Absätze und Abschnitte

Zu kurze Einheiten erkennst du mit einem Blick auf deinen Text. Entdeckst du Absätze, die nur aus zwei oder drei Sätzen bestehen? Für Prüfer kann das ein Hinweis darauf sein, dass Gedanken nicht vollständig ausgeführt oder entwickelt wurden. Auch Abschnitte sollten nicht zu kurz sein. Halte sie deshalb auf ungefähr einer halben bis dreiviertel Seite Länge, damit deine Arbeit nicht zu sehr zergliedert wird. Auf der anderen Seite: Zu lang ist auch wieder schlecht. Die Obergrenze für die Länge eines Abschnitts sollte bei ca. drei Seiten liegen.

3. Zu viele direkte Zitate

Auch zu viele direkte Zitate erkennst du auf einen Blick. Nämlich an den vielen Anführungszeichen. Sie stören den Lesefluss und lassen deine Arbeit uneinheitlich erscheinen. Und noch etwas: Durch zu viele direkte Zitate können Zweifel an der Eigenständigkeit deiner Arbeit entstehen. Verwende stattdessen lieber indirekte Zitate.

4. Ich

Du verwendest das Wort Ich. Das ist deshalb ein Regelverstoß, weil du als Autor in einem wissenschaftlichen Text nichts zu suchen hast. Anders ausgedrückt: In der Wissenschaft gilt, dass alles, was nicht in Anführugszeichen steht, ohnehin der Ansicht des Autors (also deiner!) entspricht. Statt: „Ich möchte noch darauf hinweisen, dass…“ verwendest du „Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass…“ und schon hast du diese Klippe umschifft.

5. Übertriebene Verwendung von Fremdwörtern

Damit sind nicht die Fremdwörter aus deinem Fachgebiet gemeint. Die müssen nämlich in deine Arbeit. Hier geht es um unnötige oder unübliche Fremdwörter. Sollte dein Plan sein, damit Pseudowissenschaftlichkeit vorzugaukeln: Lass es. Der Versuch ist leicht zu durchschauen, außerdem erschwerst du damit die Verständlichkeit deines eigenen Texts. Verwende Fremdwörter nur dort, wo sie nötig sind.

6. Umgangssprachliche Ausdrücke

Die andere Seite der Medaille: Wenn du zu salopp oder umgangssprachlich schreibst. Auch das hat in einer wissenschaftlichen Arbeit nichts verloren. Verwende beispielsweise das Wort Kosten statt Unkosten. Oder unbewusst statt unterbewusst. In Einzelfällen kann es allerdings vorkommen, dass umgangssprachliche Ausdrücke nicht zu vermeiden sind. Sollte das bei dir der Fall sein, kennzeichne sie mit Anführungszeichen und du bist auf der sicheren Seite.

7. Unwichtiges

Dieser Tipp könnte auch Irrelevantes heißen. Aber wir wollten ja zu viele Fremdwörter vermeiden 😉

Du bist vom Hölzchen aufs Stöckchen gekommen. Und hättest noch so viel mehr zu erzählen? Das ist keine gute Idee. Führe nur das aus, was dazu beiträgt, deine wissenschaftlich gestellte Eingangsfrage zu beantworten. Wenn das viel Text bedeutet: Umso besser. Leg los. Solltest du jedoch zu wenig Material haben, kehre noch einmal an deinen Ausgangspunkt zurück und gehe deine Notizen Schritt für Schritt durch. Hast du Wichtiges übersehen oder zu knapp abgehandelt? An diesem Punkt kannst du ansetzten und relevante Fakten nachrecherchieren.

2 Gedanken zu “Sieben Fehler beim wissenschaftlichen Schreiben”

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