Plagiate vermeiden

Plagiate vermeiden Symbolbild parkmicican, Pixabay
Symbolbild parkmicican, Pixabay

Du hast Angst, zu plagiieren? Du weißt nicht genau, was ein Plagiat ist und dir ist unklar, wie du es vermeiden kannst? Dann bist du hier richtig. Nach dem Lesen dieses Beitrags wirst du Plagiate vermeiden.

Was genau ist ein Plagiat?

Der Begriff Plagiat bedeutet soviel wie „Gedankenraub“ oder „Diebstahl geistigen Eigentums“. Ein Plagiat ist kein Kavaliersdelikt, sondern stellt einen Verstoß gegen das Urheberrecht und die grundlegenden Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens dar. Deshalb werden Plagiate sanktioniert. In diesem Beitrag lernst du, Plagiate zu vermeiden.

Welche Formen von Plagiaten gibt es?

  • Ghostwriting
    Bei der extremsten Form reichst du eine Arbeit ein, die nicht du selbst, sondern jemand anderes geschrieben hat.
  • Vollplagiat
    Du reichst ein fremdes Werk oder den Großteil davon unter deinem eigenen Namen ein.
  • Teilplagiat
    Ein Teil deiner Arbeit stammt nicht von dir.
  • Selbstplagiat
    Du reichst einen früheren Text von dir zu einem aktuellen Prüfungsanlass ein. (Beispielsweise deine aufpolierte Bachelorarbeit als Masterarbeit)
  • Übersetzungsplagiat
    Du hast fremdsprachige Texte übersetzt und gibst sie ohne Quellenangaben als deine eigenen aus.
  • Copy-and-paste-Plagiat
    Du kopierst Teile aus fremden Texten und fügst sie in deine Arbeit ein, ohne die Originalquellen kenntlich zu machen.
  • Paraphrasierungsplagiat
    Du übernimmst Teile aus fremden Texten, formulierst sie um und vergisst, die Quelle dafür anzugeben. Oder aber du gibst eine Quelle an, versteckst sie jedoch unkommentiert im Literaturverzeichnis, statt sie an Ort und Stelle klar zu benennen.

Wie werden Plagiate aufgedeckt

Das Internet erleichtert nicht nur das Plagiieren, sondern auch das Auffinden von Plagiaten. Millionen Menschen weltweit, also auch Dozenten und Professoren, nutzen heutzutage Suchmaschinen.

Universitäten und Hochschulen setzen spezielle Software zur Identifizierung von Plagiaten ein.

So, wie das copy-and-paste von Texten zu einem Kinderspiel geworden ist, ist auch die Suche nach kopierten Texten zu einer Angelegenheit von nur noch wenigen Handgriffen auf der Tastatur geworden.

Welche Konsequenzen hat ein Plagiat?

Die Konsequenzen eines Plagiats richten sich nach seiner Schwere, der Art der Arbeit und der Institution, an der das Plagiat begangen wurde. Prüfungsrechtlich erfüllt ein Plagiat den Tatbestand der Täuschung. Es kann eine Herabsetzung der Note, das Nicht-Bestehen einer Prüfung, die Aberkennung von Studienabschluß und akademischem Grad bis hin zur Exmatrikulation zur Folge haben.

Wie entsteht ein Plagiat?

Unabsichtliche Plagiate entstehen meist aus Unwissenheit in Verbindung mit unwissenschaftlichem Arbeiten.

Wenn du Notizen ohne Quellenangaben anfertigst, Zitate nicht als solche markierst oder eine Argumentationsführung ohne Kennzeichnung aus der Literatur übernimmst, schlitterst du bereits in die Gefahrenzone.

Stehst du dann noch unter Zeitdruck und übernimmst diese Zitate, Argumente, und Gedankengänge in deinen eigenen Text, ohne sie zu kennzeichnen, steckst du mittendrin.


Wie du ein unbeabsichtigtes Plagiat vermeidest

In der Vorbereitung

Plagiate vermeiden (Symbolbild David Mark, Pixabay)
Symbolbild David Mark, Pixabay

Erstelle dir einen realistischen Zeit- und Arbeitsplan. Zeit- und Schreibprobleme werden bereits in der Vorbereitungsphase durch eine sinnvolle Themeneingrenzung und eine konkrete Fragestellung verhindert.

Notiere dir Argumente, Ideen und Gedankengänge schon beim Lesen direkt mit Angabe der jeweiligen Quelle. Alle verwendeten Quellen, auch Internetquellen, solltest du systematisch verzeichnen, z.B. mit dem kostenlosen Programm Citavi.

Denke bereits in dieser Phase daran, Quellen immer zweifach zu dokumentieren: Einmal im Literaturverzeichnis am Ende deiner Arbeit, zum anderen an der Stelle, an der du die Quellen-Information innerhalb deines Texts verwendest. Es reicht nicht aus, die Quelle nur einmal im Literaturverzeichnis anzuführen.

Während des Schreibens

Plagiate vermeiden Symbolbild Karolina Grabowska, Pixabay
Symbolbild Karolina Grabowska, Pixabay

Sowohl direkte als auch indirekte Übernahmen von Informationen müssen zitiert werden.

Direkte Übernahmen sind wortwörtliche Zitate einer anderen Quelle. Sie müssen durch Anführungszeichen als solche gekennzeichnet werden.

Indirekte Zitate sind sinngemäße Wiedergaben des Inhalts einer Quelle. Auch indirekte Zitate müssen zitiert werden, allerdings entfallen hier die Anführungszeichen.

Zuviele direkte Zitate in einer Arbeit wirken unprofessionell und stören sowohl Lesefluss als auch das äußere Erscheinungsbild deiner Arbeit. Besser ist es, wenn du die Stelle als indirektes Zitat paraphrasierst, also in deinen eigenen Worten ausdrückst. Dabei kannst und solltest du auch die Satzstruktur sinnvoll verändern. Vergiss aber bitte nicht: Auch indirekte Zitate müssen zitiert werden.

Bei Unsicherheiten und im Zweifelsfall solltest du stets Zitieren.

Nur beim sogenannten Allgemeinwissen brauchst du keine Quelle anzugeben. (Beispiel: Bei Temperaturen unter Null Grad gefriert Wasser zu Eis). Diese Tatsache ist allgemein und weithin bekannt und das Wissen darum wird einfach vorausgesetzt.

Bei Überarbeitung und Korrektur

Plagiate vermeiden (Symbolfoto Orna Wachman, Pixabay)
Symbolfoto Orna Wachman, Pixabay

Im letzten Schritt unterziehst du deine Arbeit einer formalen Überprüfung: Habe ich alle Zitate und Paraphrasen richtig gekennzeichnet und belegt?

Anschließend prüfst du Inhalt und Reflexion deiner aufgeschriebenen Gedanken und deiner Argumentation: Stammt dieser Gedanke von mir? Ist das eine fremde (übernommene) oder meine eigene Argumentation?

Wenn du alle Tipps befolgt hast, wirst du diese Fragen am Ende mit gutem Gewissen und leicht mit Ja beantworten können.

Fazit

Plagiate sind oft das Ergebnis von Zeitdruck. Ein realistisches Zeitmanagement beugt Plagiaten von Anfang an vor. Halte dir stets vor Augen, dass du fremdes Wissen belegen musst. Sobald du einen Text liest, aufschreibst oder bearbeitest, solltest du dir die Quelle dazu gleich mitnotieren.

Mehr zum wissenschaftlichen Schreiben findet du hier.


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